Blog 7 - 13.9.26
VERWEILEN – Mülheim an der Ruhr
Verweilen im Wandel - vom Erkunden der Gegensätze
"Verweile doch ....": Mit einem mehrstimmig gesungenen Goethe-Zitat endete ein anderthalbstündiges Neue Musik-Theater-Szenario im Mülheimer MüGa-Park. Mal melancholisch-versonnen, mal lautstark auftrumpfend hatten sich die die sechs beteiligten Künstlerinnen und Künstler spielerisch und in Teilen improvisierend mit dem Ort, seinem Wandel und seinen verschiedenen Stimmungen auseinandergesetzt.
Barbara Schachtner und Elisa Kühnl sangen engelsgleich, Adriana Kocijan und Vera Hagemann rezitierten Texte von Rilke und eigene Werke, während Myléne Kroon und Jan Arlt mit mobilen Synthesizern und Keyboards mal mit kräftigen Beats, mal mit barocken Etüden die Prozession durch den Park untermalten. Dabei waren die Rollen keineswegs festgelegt. Die Baustelle wurde Bühne, die Hecken zum Irrgarten.
Zahlreiche Passanten reagierten mit Neugierde und Nachfragen auf das Spiel und wurden mitunter Teil des künstlerischen Experiments, etwa wenn ein Kassettenrekorder mit eingesprochenen Texten herumgereicht wurde.
Das Finale geriet zur stimmungsvollen Kontemplation über den unauflösbaren Gegensatz von Verweilen und Vergehen, getaucht in das irisierende Licht einer tiefstehenden, langsam dahin gehenden Sonne.
